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Die Art-Galerie Siegen präsentiert vom 8. Mai bis zum 18. Juni 2022 Staubarbeit des Kölner Künstlers Wolfgang Stöcker.

Wolfgang Stöcker – Staubarbeit
8. Mai bis 18. Juni 2022

2004 gründet Wolfgang Stöcker das Deutsche Staubarchiv. 2019 benennt er die mittlerweile auf ca. 600 Proben angewachsene Sammlung in Internationales Staubarchiv um. Stöcker dokumentiert den Staub an kulturell bedeutsamen Plätzen. Chinesische Mauer, die Pyramiden von Gizeh oder das Sidney Opera House sind dabei, ebenso der Louvre oder die Uffizien. Auch Siegen ist mit einer Probe vertreten: Museum für Gegenwartskunst, rituelle Reinigung dort am 15. April 2011: Kulturstaub Nr. 50.

Für die Menschen begann mit ihren Lagerfeuern ein erster Luxus. Die Kehrseite der Medaille waren Ruß und Staub in Permanenz. Doch Staub schärft die Sinne und leitet hinein in eine Kultur des Kehrens und Inszenierens. In seinen Anfängen ragt hier hinein bereits das Spiel der Kunst!
Völlig zu Unrecht ist Staub negativ besetzt! Bilder von Verfall, Schmutz, Faulheit und Nachlässigkeit haften ihm an. Doch immerhin nehmen sich die Künste seit Jahrhunderten eben jenen Themen Tod, Vergänglichkeit und memento mori an, starten gar den Versuch der Verstaubung ein Stück Ewigkeit entgegenzusetzen. Paradox, führen solche Bemühungen um Transzendenz wieder zur Ablehnung des Staubes. Folglich gehören Museen, jene Orte an denen Traditionen, Bedeutungen, Identitäten und letztlich unser Lebenssinn entstehen zu den saubersten Plätzen der Menschheit! Eindeutig ist das Museum ein ordentlicher Ort! Alles hat Nummern, alles hat Schilder! Es wird gereinigt und poliert! Religiös aufgeladen, die Inszenierung der Ikonen! Auch Kirchen sind in gewisser Weise Museen. Bis zu den heiligen Schatzhäusern der Antike reicht die Linie zurück. Doch der Staub läßt sich nicht abschütteln. Er kehrt zurück, wo der Besen eben noch kehrte!

Genau hier setzt Stöcker an, wenn er an jenen Orten der „hohen Kultur“ auf Staubsuche geht. Ihn interessiert nicht die Mona Lisa, sondern der Fleck unten an der Wand, gleich daneben! Die Risse und Schründe! Der Weg zur Schönheit führt durch den Staub!
In den letzten Jahren unternahm Stöcker immer wieder Expeditionen in die Zonen gleich „neben“ der Kunst und verwandelt sein dort erbeutetes Gut selbst in Kunst. Aus diesen „Reisen in die kleinen Welten“ entstehen Wachsobjekte (Staubschreine), Zeichnungen, Tuscharbeiten, Objektkästen, Vorträge, Lecture Performance. Neben einigen Proben berühmter Bauwerke erwartet die BesucherInnen ein breites Spektrum verschiedenster Arbeiten sowie auch einige für die aktuelle Schau entstandene Staubschreine mit Partikeln aus der Art Galerie.

Wolfgang Stöcker: Staubarbeit

8. Mai bis 18. Juni 2022
Eröffnung am Sonntag 8. Mai um 11 Uhr
Zur Eröffnung spricht Kirsten Schwarz M.A.