Ausstellung Susanne Krüger. Vom Rosenkavalier, leuchtenden Pfoten, Flügeln und Blättern
22. Februar bis 4. April 2026
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Susanne Krüger – Vom Rosenkavalier, leuchtenden Pfoten, Flügeln und Blättern

Ab dem 22. Februar 2026 präsentiert die Art Galerie die Wilnsdorfer Künstlerin Susanne Krüger und eröffnet damit einen vielschichtigen Blick in ein Œuvre, das sich durch farbintensive Landschafts- und Tierdarstellungen auszeichnet. Ihre Arbeiten entfalten sich in blühenden Szenarien, poetischen Tierwelten und symbolischen Begegnungen zwischen Mensch und Natur. Mit feinem Gespür überträgt Krüger jene Schönheit und Achtsamkeit für die kleinen Wunder in ihre eigene Bildsprache.
Motivisch dominieren vor allem Pferde, Vögel, Reptilien, Wölfe und Fabelwesen, harmonisch eingebettet in florale Geflechte, die eine innere Ruhe ausstrahlen und dabei immer wieder die Aufforderung tragen, Natur bewusst wahrzunehmen. Krügers abstrahierende Bildsprache vereint dabei klare Kanten, geschwungene Linien und kräftige Farben, ausgeführt in unterschiedlichen Medien: von leuchtenden Öl- und Acrylbildern, die eine besondere Licht- und Farbigkeit zeigen, über Tusche und Bleistiftzeichnungen, deren Kontrastreichtum und detaillierte Ausführung zur intensiven Auseinandersetzung einladen, bis hin zu stimmungsvollen Aquarellen und Mischtechniken.
Dass Krüger vor allem die subjektive Wahrnehmung und den gefühlvollen Moment in ihren Werken bevorzugt, wird durch die bewusste Entscheidung deutlich, die Naturdarstellungen zu abstrahieren. Diese Verbindung zeigt sich in den intensiven Farben und der Darstellung ihrer Tierwelt, die auf expressionistische Einflüsse verweisen; insbesondere erinnern ihre Pferdedarstellungen in leuchtendem Blau, Rosa und Gelb an das Werk von Franz Marc. Ergänzend lassen sich postimpressionistische Strömungen erkennen, da die Priorisierung der individuellen Bildwelt Affinitäten zu Künstlern wie Henri Rousseau aufzeigt, dessen Malerei ebenfalls eine persönliche Sichtweise über die naturalistische Darstellung stellte.
So entfaltet sich in Susanne Krügers farbenfrohem Œuvre eine zeitgenössische Position, die die emotionale Freiheit des Postimpressionismus mit der Leuchtkraft des Expressionismus verbindet und den Blick für die stillen Botschaften der Natur schärft.
Susanne Krüger – Vom Rosenkavalier, leuchtenden Pfoten, Flügeln und Blättern
22. Februar bis 4. April 2026
Vernissage: Sonntag 22. Februar 2026, um 11.00 Uhr
Zur Eröffnung sprach Kirsten Schwarz
Susanne Krüger
Ein Engel wacht über Siegen. Elegant, fast lasziv, träumend liegt er da. Das perfekt gemalte Acryl-Gemälde im ungewöhnlichen Format gehört zu den Pop-Art-bunten Bildern von Susanne Krüger. Flächig in der Ausführung und ausdrucksstark in der Farbigkeit zeigen sie hauptsächlich Naturdarstellungen als positiv-knalliges Farbspektakel. Oder eben als selbstbewusste Engel.
Die Ausführung aller Werke von Susanne Krüger ist außergewöhnlich präzise. Hier kommt es nicht auf den individuellen Pinselstrich an, die sog. ‚künstlerische Handschrift‘, vielmehr ist es die Schaffung perfekter Illusionen, die ihr vorschweben.
Diese handwerkliche Präzision lebt sie in allen von ihr verwendeten Techniken aus. Und das sind nicht wenige: Aquarell, Öl, Öllasur, Gouache, Acryl und Tusche, aus dieser Bandbreite holt Susanne Krüger das gestalterische Optimum heraus. Was macht die gewählte Technik aus und wie muss sie eingesetzt werden, um den gewünschten Effekt zu erzielen? Jahrzehntelanges Experimentieren, welches ihr bis heute Vergnügen bereitet, sind ebenso Voraussetzung für perfekte Ergebnisse wie Beharrlichkeit, Genauigkeit und nicht zu vergessen, Geduld.
An einer Tuschzeichnung sitzt sie mehrere Wochen, jeder kleine Strich, jeder Punkt muss sitzen, um die Illusion eines perfekten, realistischen Motivs zu erzeugen. Sie beginnt mit Skizzen einer Idee, die sich bis zur endgültigen Fassung noch mehrmals ändern. So ein Bild entwickelt sich im Schaffensprozess, sagt die Künstlerin, es nimmt Fahrt auf.
Nur wer technisch so versiert ist wie Susanne Krüger, dem gelingt es mit Tuschstiften und dem klassischen schwarz-weiß-Kontrast surreale Welten entstehen zu lassen. Besonders in den Tuschzeichnungen entfaltet sich der magische Realismus. Motive aus Realität und Fantasie werden zu neuen Welten verwoben. Die Kompositionen sind irreal und lassen sich räumlich nicht verorten. Tiere, Menschen, Fabelwesen und Ornamente existieren in den Bildern nebeneinander, miteinander und ineinander. Es sind visuelle, magische Metaphern, die die Betrachter entschlüsseln oder sich einfach dem Reiz des Surrealen hingeben können.
Tierdarstellungen haben einen großen Anteil am Oeuvre Susanne Krügers. Besonders Pferden gilt ihre Zuneigung. Zu jedem Tier studiert sie Bewegungsabläufe und verschiedene Ansichten, um größtmögliche Realitätsnähe zu erreichen. Muskelspiel und Fellstruktur werden akribisch umgesetzt, um dann die Tiere kompositorisch in den Kontrast zur oft unbestimmten Umgebung zu setzen. Um das Hauptmotiv herum dominieren farbige Flächen, Detailzeichnungen, Ornamente oder Bildelemente, die in Größe und Farbspiel irritieren. Was macht der Zaunkönig unter der Freiheitsstatue oder ein Einhorn auf dem Hahn? Die Verschmelzung von realen, fast fotorealistischen Motiven und der magisch-mystischen Umgebung machen die Bilder spannend und faszinierend.
Die Kritik am Umgang mit der Natur und die Liebe zu ihr spiegeln sich in fast allen Werken der Künstlerin. Gerade die komplexen Tuschzeichnungen laden zum Entdecken und Betrachten ein. Jedes Detail ist sorgfältig platziert und steht oft symbolisch für einen kritischen Gedanken. Was oberflächlich betrachtet gefällig und idyllisch wirkt, zeigt bei genauer Betrachtung die Bedrohung dieser Idylle durch den Menschen.
Die Normen der Realität werden in diesen Bildern herausgefordert, um tiefe und komplexe Themen wie die Umweltzerstörung oder den Massentourismus subtil zu benennen.
Die Wahrheit in Frage stellen: auch in ihren Aquarellen stellt Susanne Krüger diese Maxime in den Vordergrund. Die Idylle bröckelt, wird unterhöhlt oder durch feine Hinweise im Hintergrund als gefährdet entlarvt. Auch in dieser Technik stellt sich Susanne Krüger besonderen Herausforderungen: Das Malen mit weißen Abgrenzungslinien erfordert höchste Konzentration, es gewinnt aber zugleich einen weiteren surrealen Effekt. Hinzu kommen Trompe-l’oeil- Effekte, die illusionistische, dreidimensionale Scheinwelten vorspiegeln. Diese schaffen einen besonderen Wahrnehmungseffekt, der die Fähigkeit zu altmeisterlicher Malerei erfordert, Pinselstrich und Fläche müssen verschmelzen.
Manches im Bild möchte man berühren, um zu sehen, ob es sich nicht doch um ein aufgelegtes, plastisches Objekt handelt.
Diese Präzision im künstlerischen Tun, die in der Arbeit mit der Lupe gipfelt, wird von einer Künstlerin ausgeführt, die über keine klassische Ausbildung, aber viel Talent und künstlerisches Gespür verfügt. Allerdings wurde ihr beides quasi in die Wiege gelegt, da ihr Vater bereits Kunst-Maler war. Sie wurde so schon früh in die Welt der Kunst und der Mittel der Malerei eingeführt. Es blieb bis heute ihre Passion.
Ihre Anliegen, Erfahrungen und ihre Vorstellungswelt setzt Susanne Krüger in immer neuen stilistischen Herausforderungen um. Ob poetisch, magisch, farbenfroh oder grafisch, ihre Kunst ist geprägt durch ihren hohen Anspruch an die perfekte Illusion und das Ansinnen, die Bedrohungen der Natur zugleich kritisch und ästhetisch umzusetzen.
Kirsten Schwarz M.A.