Ausstellung mit Robert Bailey, Uwe Reber und Matt Busch. Möge die Kunst mit dir sein – Star Wars in Siegen
2. November 2025 bis 31. Januar 2026
Wir laden Sie herzlich ein zur Ausstellung
Sternenkrieger & Zeichenmeister: Robert Bailey, Uwe Reber und Matt Busch
Möge die Kunst mit dir sein – Star Wars in Siegen

Eine Reise in ferne Galaxien beginnt am 2. November 2025 in der Art Galerie Siegen: Drei internationale Künstler bringen das Star Wars Universum in die Kunstwelt – und auf die Wände der Galerie. Die Ausstellung mit Werken von Robert Bailey, Uwe Reber und Matt Busch läuft bis zum 31. Januar 2026 und lädt Kunst- und Filmfans gleichermaßen zum Staunen ein.
Lichtschwerter leuchten, Droiden blinken, Helden und Schurken blicken uns aus atemberaubend detaillierten Bildern entgegen. Bailey, Reber und Busch haben als offizielle Illustratoren, Konzeptzeichner oder mit eigenen Hommagen das Erbe von Star Wars visuell geprägt. Ihre Werke sind mehr als Fanart – sie sind eine künstlerische Liebeserklärung an eine der größten Mythen der Popkultur. Mal plakativ, mal malerisch, immer mit galaktischer Strahlkraft und hohem Sammlerwert. Neben ikonischen Motiven aus dem Star Wars Universum werden auch seltene Entwurfszeichnungen, Posterdesigns und exklusive Editionen gezeigt – ein Muss für Kunstliebhaber und Jedi gleichermaßen.
Robert Bailey war offizieller Zeichner für Lucasfilm und ist bekannt für seine filmisch anmutenden Grafit- und Mixed-Media-Arbeiten. Uwe Reber aus Süddeutschland verknüpft in seinen detailreichen Tuschezeichnungen die Ästhetik klassischer Comic-Kunst mit ikonischen Filmszenen. Matt Busch, auch „the Rock Star of Illustration“ genannt, vereint in seinen Bildern Dynamik, Humor und filmische Spannung.
Die Macht ist stark in Siegen – verpassen Sie diesen intergalaktischen Kunstflug nicht! Die Eröffnung findet am Sonntag, den 2. November um 11 Uhr statt. Lichtschwerter dürfen mitgebracht werden.
Sternenkrieger & Zeichenmeister: Robert Bailey, Uwe Reber und Matt Busch
Möge die Kunst mit dir sein – Star Wars in der Art Galerie
2. November 2025 bis 31. Januar 2026
Vernissage: Sonntag 2. November 2025, um 11.00 Uhr
Zur Eröffnung sprach Noa-Kristin Strunk
Jede Generation hat ihre Mythen und manche von ihnen entstehen nicht in alten Schriften, sondern auf der Leinwand. Eine solche moderne Mythologie steht heute im Mittelpunkt der Ausstellung.
„Es war einmal vor langer Zeit in einer weit weit entfernten Galaxis …“, mit diesem Eröffnungsformel, die der Märchentradition ebenso nahesteht wie der modernen Pop-Mythologie, setzt nicht nur eine Filmreihe ein, sondern ein weit umfassende Welt eines großen Franchise auseinander . Was als Kinospektakel 1977 begann, hat sich längst zu einem medialen Bilderkosmos entwickelt, zu einer Bildsprache, die beinahe einer eigenen Ikonographie gleicht und auch für Personen verständlich wird die nicht mal einen Film gesehen haben. Sie ist tief eingeschrieben in die Erinnerungen mehrerer Generationen, gespeist aus individuellen Erfahrungen, kollektiven Projektionen und kulturgeschichtlichen Fragen nach Gut und Böse, nach Autorität und Rebellion, nach Technik und Körper, nach Nähe und Ferne. Diese Welten, die sich aus filmischen, visuellen und emotionalen Fragmenten zusammensetzen, sind eng mit dem Gefühl der Nostalgie verknüpft – jener eigentümlichen Spannung zwischen Erinnerung und Gegenwart. Für mich sind sie vor allem durch die Perspektive der Menschen geprägt, die dieser Begeisterung angehören, die in diesen Erzählungen aufgewachsen sind und sie bis heute lieben: Menschen, für die die Galaxis nicht nur ein fiktionaler Ort ist, sondern ein ästhetischer Erfahrungsraum, somit filme die bilden und vor allem auch Menschen in der Leidenschaft zusammenbringen.
Die Ausstellung widmet sich diesem Universum, als präzise Befragung der Bildsprache, der Materialität und der Rezeptionsbedingungen, die diese Werke uns vorgeben.
Beginnen wir mit Robert Bailey, der 1947 in England geborene Künstler zog im Alter von 17 Jahren nach Kanada um Fotograf zu werden. Nach seiner Ausbildung am Longton College of Art produzierte er Werbefilme und moderierte eine Kindersendung, bevor er mit detailreichen Ölgemälden militärischer Flugmanöver erstmals größere Bekanntheit erlangte. In den 1970er-Jahren wurde George Lucas auf seine Luftfahrtmalerei aufmerksam und bat Bailey, Szenen aus dem Star Wars-Universum zu zeichnen. Die daraus entstandenen Arbeiten beeindruckten Lucas so sehr, dass er sie für seine Privatsammlung erwarb, der Beginn von Baileys Karriere als offizieller Star Wars-Künstler.
Die Bleistiftlinien Baileys, zunächt scheinbar bescheiden, erweist sich als präzises Material. Seine Figuren C-3PO und Yoda sind nicht bloß Porträts bekannter Charaktere. Dass Bailey als offizieller, von Lucasfilm empfohlener Star Wars-Künstler, mag seine Nähe zur Vorlage markieren; entscheidend ist, wie er die filmische Bewegung in seinen Stil übersetzt. Gerade vorallem, weil die Zeichnung stehts ein Vorgang ist, der auch die Körperbewegungen des Kunstschaffenden ganz besonders sichtbar werden. Baileys Motivwahl umfasst das gesamte Figurenpanorama, doch seine Handschrift fokussiert immer wieder die Zonen der Ruhe: Oberflächen, in denen Metall zu Haut und Haut zu Rüstung wird, Faltenwürfe, in denen Gedächtnis sich ablagert. Die Lebendigkeit, von der Bailey spricht, entsteht hier aus der Selbstbeschränkung: Kontur, Tonwert, Rhythmus.
Dahingegen lässt der in Deutschland lebende Künstler Reber aus dem Fotorealismus kommend, durchdrungen von Impressionismus und Pop Art. Farbstifte sind sein bevorzugtes Medium, geschichtet aufgetragen doch Reber integriert auch Tusche, Aquarell, Öl- und Softpastelle. Das Ergebnis ist somit eine Vielfältigkeit der Materialien, die zur Bildgrammatik wird, Kanten werden weichgezeichnet und zugleich punktuell überakzentuiert; Glanzpunkte wandern; Oberflächen kippen zwischen matter Körperlichkeit und poppiger Signalfarbe. Rebers offizielle Freigaben durch Disney/Lucasfilm sowie seine Arbeiten für Star Wars – Das offizielle Magazin markieren ihn als Grenzgänger zwischen Lizenzbild und freier Interpretation.
Matt Busch Geboren1972 in Pennsylvania, Aufgewachsen in Detroit, wurde Busch schon früh durch Star Wars inspiriert. Als Kind begann er, eigene Comics und Bücher zu zeichnen. Nach anfänglichen Ambitionen in Musik und Film studierte er Grafik- und Werbekunst am Macomb Community College und später Illustration und Entertainment Design am Art Center College of Design in Los Angeles. Somit ist er Illustrator, Filmemacher, Professor – ein künstlerischer Dreiklang, der sein Werk grundiert. Busch bewegt sich im großen Zitat-Raum der Populärkultur: Star Wars, Indiana Jones, Der Herr der Ringe, Buffy. Sein Lehrbuch You Can Draw Star Wars erreichte Bestsellerstatus; Zwischen Studio, Klassenzimmer und Set entstehen Werke, die den Kanon nicht nur feiern, sondern reflektieren.
Diese drei Positionen korrespondieren auf mehreren Ebenen:
Die Werke von Robert Bailey, Uwe Reber und Matt Busch entfalten in dieser Ausstellung ein vielschichtiges Beziehungsgeflecht, das weit über motivische Gemeinsamkeiten hinausreicht. Ihre Arbeiten korrespondieren auf mehreren Ebenen, materiell, ikonografisch und rezeptionsästhetisch und öffnen so einen Raum, in dem Kunst, Popkultur und Wahrnehmung in ein fortwährendes Gespräch treten.
Jedes Werk agiert im Raum als Gegenüber. Durch seine materielle Beschaffenheit, seine Bildsprache und seine Positionierung formt es eine Situation, in der die Betrachtenden Teil eines kommunikativen Prozesses werden. Die Wirkung entsteht nicht erst im Moment der Betrachtung – sie ist im Werk selbst angelegt, gleichsam vorstrukturiert. Wie Wolfgang Kemp beschreibt, ist die ästhetische Erfahrung eine Form des Dialogs: Das Werk fordert den Blick heraus, reagiert auf ihn und lässt ihn schließlich Teil seiner Erscheinung werden.
Bailey, Reber und Busch nutzen diesen Dialog auf je eigene Weise, doch sie teilen die Überzeugung, dass das Sichtbare immer ein Beziehungsraum ist.
Gemeinsam erzeugen diese drei Ansätze ein Kontinuum: vom taktilen Graphit über die vibrierende Farbfläche bis hin zur digital leuchtenden Projektion. die Geschichte von Star Wars zugleich als Geschichte der Bildmedien lesbar macht.
Diese ästhetische Verflechtung zeigt sich auch im Verhältnis von Archetyp und Zitat. Baileys Figuren sind Verdichtungen von Haltung und Mythos, Reber überführt sie in ein emotionales Kolorit, das Nähe und Distanz zugleich erzeugt, Busch dekonstruiert sie als wandernde Zeichen, die sich unaufhörlich neu kodieren.
Die Ausstellung versteht sich daher nicht als bloße Schau von Werken, sondern als Inszenierung einer Rezeptionsbewegung. Die Werke treten miteinander in Beziehung, aber auch mit den Betrachtenden. Jeder Blick bringt individuelle Erfahrung mit, Erinnerungen an Kinosäle, an VHS-Kassetten, an eigene Zeichnungen vielleicht. Diese privaten Resonanzen sind Teil der Kunst selbs. Der Raum, die Hängung, die Lichtführung und die Blickachsen öffnen Momente der Identifikation. Die Figuren scheinen uns anzusehen, ja uns einzuladen, selbst Teil dieser Galaxis zu werden. Der Blick ist hier nicht nur auf das Werk gerichtet, er ist im Werk bereits mitgedacht. Oder uns in einer der Figuren hineinzuversetzen, da sie uns soviel emotionalen halt geben.
In diesem Zusammenhang gewinnt Nostalgie eine erkenntnisstiftende Funktion. Sie ist kein sentimentales Verharren, sondern ein Instrument der Annäherung. Das leise Wiedererkennen, das Gefühl, etwas Vertrautes neu zu sehen, wird zur Brücke zwischen Werk und Wahrnehmung. In den Zeichnungen materialisiert sich Erinnerung.
So präsentiert sich die Ausstellung als vielstimmiges Gefüge aus Materialität, Erinnerung und medialer Reflexion. Serien stehen neben Einzelwerken, Porträts neben opulenten Szenen, stets im Spannungsfeld zwischen Distanz und Nähe, Mythos und Alltag. Die drei Künstler verweben ihre Perspektiven zu einer gemeinsamen Sprache.